| Walter Rademacher - Bülsdorfer Str. 12a - 21785 Neuhaus
Datum
2. Juli 2007
An den
Unternehmensverband
Hafen Hamburg e.V.
- Herrn Zurke -
Mattentwiete 2
20457 Hamburg
Offener Brief: Bedarf für die Elbvertiefung und
deren Arbeitsmarkteffekt
Sehr geehrter Herr Zurke,
in der anliegenden Aufstellung sind 50 Schiffe der Super-Post-Panmax-Klasse
mit 8.000 bis 10.000 TEU und Konstruktionstiefgängen von
14,50 m aufgelistet, die den Hamburger Hafen seit Jahren regelmäßig
anlaufen. Das sind die Schiffe, für die die Elbe laut Planfeststellungsantrag
vertieft werden soll. Dabei zeigt sich in der alltäglichen
Praxis, dass die Klasse der größten Containerschiffe
zu über 2/3 Hamburg schon jetzt tiedeunabhängig anläuft.
Keines dieser Schiffe nutzt den Konstruktionstiefgang aus. Die
praktischen Restriktionen für diese Schiffsklasse sind also
tatsächlich nur marginal. Laut Tiefgangsstatistik für
2005 und 2006 haben insgesamt nur 6 Schiffe den möglichen
Tiefgang ausgenutzt. Der Konstruktionstiefgang von 14,50 m für
Containerschiffe wird nach übereinstimmenden Aussagen der
Reeder auch künftig nicht überschritten werden, da
der Trend zur Größe über die Breite dieser Schiffe
erreicht werden wird.
Warum fordern Sie dennoch die weitere Elbvertiefung für
das 14,50 m tiefgehende Containerschiff, obwohl diese Schiffe
in der alltäglichen Praxis nach Hamburg verkehren?
Vor dem genannten Hintergrund wird es noch unverständlicher,
weshalb Sie immer wieder öffentlich behaupten, dass 250.000
Arbeitsplätze gefährdet sind, wenn die Elbe nicht vertieft
wird. Können Sie diese Behauptung mit prüffähigen
Zahlen belegen?
Ihre Behauptung erinnert vor dem dargelegten Hintergrund an
die vor knapp 30 Jahren aufgestellte Behauptung der Stromwirtschaft,
dass die Lichter ausgehen würden, falls keine weiteren Atomkraftwerke
gebaut werden würden. Auch dafür gab es keine Grundlage.
Mit freundlichen Grüßen vom Regionalen Bündnis
gegen Elbvertiefung
Walter Rademacher
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