|
Regionales Bündnis gegen Elbvertiefung |
|
|
| |
| |
|
|
18.09.2009 Dresden/Dessau/Magdeburg/Cuxhaven
Einladung zum ElbeMahnFeuer
am Sonnabend, den 19.09.09 bei Sonnenuntergang von Dresden bis Cuxhaven
In Cuxhaven (Grimmershörnbucht Höhe Dohrmannstraße), Otterndorf
beim See Achtern Diek und am Lüheanleger werden die Mahnfeuer um 20.00
Uhr entzündet.
Eine Aktion zur Bundestagswahl für den Schutz unserer Flusslandschaft
Das Regionale Bündnis gegen Elbvertiefung und das Netzwerk Elbe
lädt am 19.9.09 um 19.00 /20.00 Uhr zu einer Mahnfeuer-Kette entlang
des gesamten Flusses ein. Am abendlichen Feuer soll gemeinschaftlich
die Verbundenheit der Menschen mit ihrer heimatlichen Flusslandschaft
ausgedrückt werden. Teilnehmen werden Umweltverbände, Gewerbevereine,
Kommunen, Kirchen und Parteien.
Die konkreten Anlässe der Aktion sind vielfältig:
Sie reichen von der Aberkennung des Welterbetitels „Dresdner
Elbtal“ über die Gefährdung des UNESCO-Welterbe-Gebietes
Dessau-Wörlitzer Gartenreich und des UNESCO-Biosphärenreservates
„Flusslandschaft Elbe“ durch die laufenden Elbvertiefungen. Eine
Vielzahl Europäischer Schutzgebiete entlang des Flusses, wie die
Vogelschutz- und FFH-Gebiete bedroht. Die Planung neuer Kohlekraftwerke
wird ebenso als Gefährdung des Lebensraumes Elbe angesehen.
Das Bündnis will mit der Mahnfeueraktion darauf hinweisen, dass das
Schicksal der Flusslandschaft von politischen Entscheidungen über den
weiteren Umgang mit diesem Fluss abhängt. Es geht darum, Prioritäten zu
setzen:
Nach einer repräsentativen EMNID-Umfrage (Auftraggeber:
Bundesverkehrsministerium) wünschen 94% der Bevölkerung, dass mehr für
Umweltschutz und Freizeitnutzung/Erholung an Flüssen getan werde.
Nach Meinung der Befragten sollte das politische Engagement an
Flüssen für Transportzwecke reduziert werden. (Siehe Anlage
Elbe-Labe-Rundbrief, S.2)
Die konzertiere Aktion soll auch dazu genutzt werden, um über den
hohen ökologischen und touristischen Wert der Elblandschaft zu
informieren. Der „Schatz Elbe“ darf nicht leichtfertig aufs Spiel
gesetzt werden, so die Veranstalter. Eingeladen sind u. a. auch die
Direktkandidaten für die Bundestagswahl. Von den gewählten Politikern
wird es maßgeblich abhängen, wie über die Zukunft der Elbe entschieden
wird. Nach den vorliegenden Antworten der fünf Bundesparteien ist zu
befürchten, dass Bauvorhaben zu Lasten der Natur- und Kulturlandschaft
nach der Wahl fortgesetzt oder gar forciert werden. Vor solchen
Fehlentwicklungen wollen die Veranstalter der ElbeMahnFeuer
nachdrücklich warnen.
Aktionen sind bislang geplant in:
19.00 Uhr:
Pirna, Dresden, Coswig, Meißen, Riesa, Mühlberg, Torgau,
Coswig/Anhalt, Wörlitz, Dessau, Aken/Steutz, Magdeburg, Burg/Rogätz,
Arneburg, Klitznick, Wittenberge, Hitzacker und Bleckede
20.00 Uhr:
Lüheanleger, Otterndorf und Cuxhaven.
Weitere Infos: www.elbeinsel.de
Kontakte:
Walter Rademacher: Regionales Bündnis gegen Elbvertiefung 04752-841074
Ernst Paul Dörfler: BUND-Elbeprojekt 039244 290 bzw. 0178 1617800
Iris Brunar: Sprecherin PRO ELBE 0178 1630204
|
|
|
|
|
|
15. August 2009
Liebe MitstreiterInnen,
es ist Zeit, Dank zu sagen an alle, die unser gemeinsames Anliegen
unterstützt haben und fest im Glauben an unseren Erfolg gestanden haben
und weiter stehen. Auch persönlich möchte ich mich bedanken für die
vielen Glückwünsche zu diesem Erfolg in Wort und Schrift. Unser Dank
gilt insbesondere den Umweltverbänden und dem Einsatz von Michael
Günther, sowie vieler anderer Einwender, ohne deren hervorragende
Arbeit dieser Erfolg nicht erzielt worden wäre.
Das bisherige Verfahren ist jetzt, wie von uns in den Erörterungen
prophezeit, "vor die Wand gefahren" und wird durch ein neues ersetzt.
Die Einschätzung der Planungen seitens der Elbvertiefungsgegner nach
den Erörterungen war zutreffend. Das Lügengebäude ist jetzt eingestürzt
- für die Planer, die schon 2007 mit dem Baggern beginnen wollten, der
Super-GAU. Für uns, die wir sicher waren, dies Verfahren zu kippen, ein
großartiger Etappensieg - aber kein endgültiger. Eine dritte Auslegung,
zweite Erörterung und erste EU-Beteiligung liegen vor uns. Es geht aber
weniger um Sieg oder Niederlage, sondern den Schutz unserer
Lebensgrundlagen, die wir uns nicht mittels falscher Gutachten unter
den Füßen wegziehen lassen dürfen.
Die Planunterlagen sind inzwischen weit älter als 5 Jahre und
müssen nach gängiger Rechtsprechung durch aktuellere ersetzt werden.
Wie weit das geschieht, werden wir sehen. Wichtige Rahmenbedingungen
haben sich völlig verändert. Die Medemrinne, die teilverfüllt werden
sollte, hat sich weit nach Norden verlagert und ist ins Klotzenloch
durchgebrochen. Der Mündungstrichter erweitert sich ständig selbst und
die eindringenden Wassermassen nehmen dementsprechend zu.
Der Containerumschlag in Hamburg ist dagegen um fast 30 % gegenüber
dem Vergleichszeitraum des Vorjahres eingebrochen, weltweit aber nur um
15 %, eine Erholung ist nicht in Sicht. Die PLANCO-Prognosen und das
sogenannte Nationale Hafenkonzept der Bundesregierung vom 17. Juni 2009
sind damit Altpapier. Der Containerumschlag in Hamburg für 2009 weicht
mit ca. 7,2 Mio. TEU um satte 40 % von den prognostizierten 12 Mio. TEU
ab, mit negativer Tendenz. Der Wettbewerbsvorteil von 60 Euro pro
Container in Rotterdam lässt die Feederverkehre, die in den vergangenen
Jahren wegen mangelnder Kapazität in Rotterdam nach Hamburg ausgewichen
sind, jetzt wieder dorthin zurückkehren. Hamburg liegt im Inland und
günstig an den Märkten, das ist richtig, ist aber im Umkehrschluss kein
Feederhafen und wird nie einer sein können, nur vorübergehend mal ein
Notnagel. Diese Zeiten kommen nie wieder. Doch genau darauf hatte man
gesetzt, und die zu erwartende Blamage bei Entdeckung dieses
Luftschlosses konnte nicht ausbleiben.
Sobald die Erweiterung Maasvlakte II in Rotterdam und der neue
Hafen in Wilhelmshaven ohne den Zeit- und Kostennachteil der langen
Revierfahrt bei drastisch steigenden Treibstoffkosten zur Verfügung
stehen, verstärkt sich dieser Trend mit Sicherheit weiter, egal wie
tief (und zerstört) die Elbe dann auch sei. Der Wettbewerb der Häfen
wird noch ruinöser, als er bereits ist, und verursachte in der
Vergangenheit allein in Hamburg alljährlich einen Verlust von ca. 100
Mio. Euro, siehe Länderfinanzausgleich. Wie hoch werden die Verluste im
Hamburger Hafen, die wir über unsere Steuern finanzieren, wohl in
diesem Jahr schon sein? Hafensubventionen und Elbvertiefung mit den
Folgen noch höherer Unterhaltungskosten und Subventionen, alles auf
Kosten des bundesdeutschen Steuerzahlers.
Das alles wird in Hamburg ausgeblendet und der Öffentlichkeit
weitgehend verschwiegen. Schuld an der Misere sind natürlich in der
Hamburger Presse nicht die beschriebenen Rahmenbedingungen, sondern die
blockierte Elbvertiefung, aber das hatten wir ja auch nicht anders
erwartet.
Ebenso wird der höchst peinliche GAU des Verfahrens verschleiert.
Herr Gedaschko freut sich jetzt vielmehr darüber, dass es endlich einen
verbindlichen Zeitplan gibt. Ob er selbst an sein Gestammel glaubt,
wage ich zu bezweifeln. Oder kann sich irgendjemand vorstellen, dass
der neue Zeitplan verbindlicher als seine Vorläufer sein könnte? In
einem Ausnahmeverfahren mit erweiterter Beteiligung und Prüfung? Aus
meiner Sicht ein notdürftig verschleierter Offenbarungseid und ein
Zeichen von Hilflosigkeit. So sehen also diesmal des Königs neue
Kleider aus, es wird zunehmend grotesk.
Gespannt dürfen wir nun darauf sein, ob die Deichverträge geändert
werden oder unverändert umgesetzt werden. Wie wird man vor und nach der
Wahl mit unserer Deichsicherheit umgehen? Werden die dringend
erforderlichen Reparaturen der Schäden aus der letzten Elbvertiefung
wie geplant erfolgen? Offiziell gibt es die ja nicht. Offiziell ist das
ein Kompensationsgeschäft mit der geplanten nächsten Vertiefung. Aber
die immer tiefere und schnellere Elbe nagt überall weiter und schert
sich nicht um Planungen und Verträge. Böse Elbe...
Sie nagt damit auch an der Glaubwürdigkeit der WSV und der Politik.
Wir werden also weiter kritisch und wachsam sein und an unsere Chance
glauben, wie auch die Anrainer der Schelde es erfolgreich getan haben
und tun. Das Rollenspiel "David und Goliath" im Otterndorfer Hafen am
1. Juni von Marlis Brandt und Kurt Schäfer war in der Tat visionär. Am
8. September um 17.00 Uhr planen die Linken dort gar schon die
"Beerdigung der Elbvertiefung" und am 19. September werden von den
Umweltverbänden überall entlang der Elbe Mahnfeuer entzündet.
Beerdigt hat man das Projekt in Hamburg aber noch lange nicht,
sondern will im neuen sogenannten "Ausnahmeverfahren" vermutlich den
Umweltschutz beschneiden. In diesem Rahmen findet allerdings auch eine
auf bisher nicht geprüfte Punkte ausgeweitete Prüfung z. B. der
möglichen Alternativen statt, und die ist angesichts der veränderten
Rahmenbedingungen noch längst nicht entschieden. Es ist also keineswegs
ein Selbstgänger, dass der Elefant Elbvertiefung jetzt durch das
veränderte Nadelöhr Rechtsstaatlichkeit passt.
Das Ausnahmeverfahren wirft viele Fragen auf, die derzeit nur
Wenige beantworten können. Wann werden z. B. die Reste des Otterndorfer
Watts endlich gesichert, wann die Ufer im Stader Bereich endlich
repariert? Was wird aus dem Ostevertrag? Wann wird der Fonds für die
Entschlickung der kleinen Häfen wirksam? Welche Antworten können uns
Planer und Politiker darauf sowie auf die vielen grundsätzlichen Fragen
zum Ausnahmeverfahren geben? Diese Fragen stellen sich jetzt, mitten im
Wahlkampf.
Für das Regionale Bündnis gegen Elbvertiefung
mit freundlichen Grüßen
Walter Rademacher
Email: ing@walter-rademacher.de
Internet: http://www.wir-brauchen-keine-elbvertiefung.de/
Tel.: 0 47 52 / 84 10 74
Fax : 0 47 52 / 84 10 76
z. Kt.
- Segelvereine
- Kommunen
- Umweltverbände
- Deich- und Unterhaltungsverbände
- Bundes- und Landtagsabgeordnete der Region
- Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft
- Fischer
- Tourismus
- Presse
|
|
|
|
|
|
9. Juni 2009
Heute endeten die Erörterungen in Krempe und das sagt der WWF dazu:
Elbvertiefung: Erörterungsmarathon endet mit Debakel für Antragsteller
Hier ist die Pressemitteilung des WWF zu finden:
http://www.wwf.de/presse/details/news/elbvertiefung_eroerterungsmarathon_endet_mit_debakel_fuer_antragsteller/
Das Regionale Bündnis bestätigt die Sicht von BUND und WWF. Es
könnten noch viele weitere ähnliche Punkte benannt werden. Es sind
entsprechende Anträge sind gestellt worden.
Das nächste Bündnistreffen findet am Dienstag, 23. Juni um 19.00
Uhr im "Gasthof Achtern Diek", Stader Str. 10, Neuhaus (Oste) statt.
In der VZ Reihe (meinvz.de, studivz.de) gibt es jetzt auch eine
Gruppe gegen die Elbvertiefung unter dem Namen "Stoppt die
Elbvertiefung !"
|
|
|
|
|
|
17. Mai 2009
Die bisherigen Erörterungen haben gezeigt, dass die Planer auch in
Fragen von zentraler Bedeutung wie der Prognose der
Sturmflutwasserstände und der Schiffswellenbelastung unserer Deiche
auch nach jahrelanger öffentlicher Diskussion keine plausiblen
Antworten gegeben haben. Damit haben sich unsere Befürchtungen leider
bestätigt. Unsere Ängste sind begründet denn in Hamburg, Kiel und
Hannover wird das bisher verharmlost.
Die Erörterungen werden am 25. Mai um 10.00 Uhr in Brunsbüttel
fortgesetzt. Auskunft über den Erörterungsstand wird unter 0173-9015498
erteilt.
|
|
|
|
|
|
1. Mai 2009
Am 20. April hat das bisher größte Container-Schiff, die "CMA CGM
Andromeda" mit 11.400 TEU den Hamburger Hafen tideunabhängig mit 11 m
Tiefgang angelaufen und am nächsten Tag mit 10,70 m wieder verlassen.
Sie hätte noch ca. 1.700 - 2000 Container mehr an Bord haben können und
wäre damit immer noch tideunabhängig gewesen. Der durchschnittliche
Tiefgang betrug im April 2009 11,83 m einlaufend und 11,65 m
auslaufend. Sie hätten noch 1000 - 1200 Container mehr laden können und
wären immer noch tideunabhängig gewesen. Diese Zahlen zeigen, dass die
Behauptung falsch ist, die Schiffe würden mehr laden, wenn die Elbe
tiefer wäre. Es fehlt an Ladung, nicht an Tiefe.
|
|
|
|
|
|
27. März 2009
Hamburg - Zoll beschlagnahmt 250 Tonnen Feuerwerk:
http://www1.ndr.de/nachrichten/hamburg/feuerwerk126.html
|
|
|
|
|
|
20.02.2009
Die "Marit Maersk", Konstruktionstiefgang 15,0 m, L = 366,9 m, B =
42,8, 10.150 TEU hat Hamburg tideunabhängig angelaufen und verlassen.
Tiefgang 10,7 m, also tideunabhängig. Sie hätte noch ca. 2.500
Container mehr laden können und wäre dann mit einem Tiefgang von 12,70
m immer noch tideunabhängig gewesen.
Alle Zeitungen, die darüber berichtet haben, sind auf die
Desinformation der Hafenwirtschaft reingefallen und haben berichtet,
dass die "Marit Maersk" auf Hochwasser angewiesen wäre.
|
|
|
|
|
|
21.01.2009
Die Hamburger Wirtschaft macht der Politik unverhohlen Druck. Auf
dem Logistikdinner am 2.12.2008 im großen Festsaal des Hamburger
Rathauses wurde quasi im Befehlston die Umsetzung der Elbvertiefung von
der Politik eingefordert. Gedächtniszitat: "Und wenn wir uns hier im
kommenden Jahr wieder treffen, dann wollen wir..."
|
|
|
|
|
|
21.01.2009
Der wwf hat in einer Studie eine Erhöhung des Meeresspiegels um 55
cm sowie eine zusätzliche Erhöhung von Sturmflutwasserständen um 25 cm
durch die flache Trichterform der Elbe, also zusammen 80 cm in diesem
Jahrhundert!
http://www.dailynet.de/UmweltNatur/31347.php
Wir können uns keine unsicheren oder gar falschen Prognosen der
künftigen der Sturmflutwasserstände durch eine weitere Elbvertiefung
leisten. Jeder cm zählt! Die 1-2 cm der Planunterlagen werden
inzwischen von den Planern selbst nicht mehr aufrecht erhalten. Jetzt
sollen es 5 cm sein, niedersächsische Fachleute rechnen mit bis zu 9
cm, aber niemand weiß es wirklich.
Die Geschichte zeigt, dass die meisten Deiche brechen, bevor das
Wasser überläuft. Wenn der Deich dem Wasserdruck nicht mehr standhält
und der sogenannte Grundbruch eintritt, versagt der Deich schlagartig
komplett. Deiche sind nicht beliebig erhöhbar, denn der Untergrund muss
dem Druck durch den Deich selbst und das davor anstehende Hochwasser
standhalten können, auch wenn er durch Wind- und Schiffswellen
erschüttert wird.
Auch ein Blick nach Venedig zeigt, was uns auch hier erwartet:
http://nachrichten.t-online.de/c/17/02/23/04/17022304.html
Wer das ignoriert, macht sich schuldig.
|
|
|
|
|
|
29.11.2008
Nach vorläufigen Schätzungen haben heute erneut 12.000 bis 15.000
Menschen an 42 Orten wieder mit "Fackeln für die Elbe" gegen die
verantwortungslose und gefährliche Zerstörung der Elbe mit teuren
Prestigeprojekten demonstriert.
Der RA Zundel aus Hannover/Otterndorf hat die außergerichtliche
Vertretung privater Einwender insbesondere im Erörterungstermin bereits
für viele übernommen, viele weitere werden hinzukommen.
Vollmachtformular zum Download.
|
|
|
|
|
|
Stand 14.11.2008
PM: Sturmflutprognose für Elbvertiefung nicht akzeptabel
Die Prognosen für die Sturmfluthochwasserstände der Planunterlagen
sind nicht hinreichend sicher. Diese Kritik an den Planunterlagen hatte
das Ingenieurbüro Manzenrieder und Partner bereits vor eineinhalb
Jahren in seiner Stellungnahme für Verbände und Kommunen im Alten Land
geäußert:
„Insgesamt liegt aus Sicht der Einwender daher eine unzulässige
Verzerrung der Systemgeometrie bei den Modelluntersuchungen vor, so
dass die zugehörigen Ergebnisse nicht mit der erforderlichen Sicherheit
für die Prognose der zu erwartenden Änderungen der
Sturmflutwasserstände herangezogen werden können“, lautet das Fazit.
Das ist auch der Planbehörde bekannt und wäre Anlass genug gewesen,
durch verbesserte Untersuchungen für die erforderliche Sicherheit zu
sorgen. Die allgemeine Überarbeitung der Pläne wäre dafür eine gute
Gelegenheit gewesen, den wohl wichtigsten Kritikpunkt für die
Deichsicherheit zu entkräften. Doch trotz eindeutiger Hinweise ist in
den geänderten Plänen bei der Hochwasserprognose alles weiter beim
Alten geblieben.
Damit ist die zentrale Frage, wie hoch kommende Sturmfluten nach
einer Elbvertiefung tatsächlich auflaufen werden, weiterhin offen. Die
Entwicklung der vergangenen 60 Jahre weist bereits einen deutlichen
Trend nach oben aus. Eine einfache Auswertung ergibt für den Pegel St.
Pauli in 60 Jahren bereits einen Anstieg von ca. 90 cm gegenüber dem
Pegel Cuxhaven. Der Wasserstand der Sturmflutkatastrohe in Hamburg
wurde nach 1962 bereits sieben Mal überschritten.
Der Beweissicherungsbericht 2006 stellt eine Zunahme der leichten
Sturmfluten fest, ein weiteres Alarmsignal. Ausreichende Erfahrungen
mit sehr schweren Sturmfluten liegen seit der letzten Elbvertiefung
noch nicht vor.
So ist es mehr als fraglich, ob die größte Elbvertiefung aller
Zeiten das Wasser nur 1 - 2 cm höher steigen lässt, wie es die Pläne
ausweisen. Vieles deutet darauf hin, dass das Wasser sogar erheblich
höher steigen könnte. Die Berechnungen kamen zunächst zu einem Ergebnis
von 15 cm höheren Sturmfluten in Hamburg, wurden aber nach unten
korrigiert.
Den Planunterlagen ist auch zu entnehmen, dass die letzte
Elbvertiefung im Rechenmodell gar nicht berücksichtigt wurde, obwohl
die Fahrrinne dadurch größer und glatter wurde. Eine halbwegs
gesicherte Prognose für künftige Sturmfluten ist so nicht mehr möglich,
wie auch das prüfende Ingenieurbüro feststellte. Ein zusätzlicher
Anstieg der Pegel im Alten Land und Hamburg von 15 – 20 cm ist demnach
durchaus denkbar.
„Unsichere Prognosen für Sturmfluten sind für niemanden hier
akzeptabel“, betont der Sprecher des Regionalen Bündnis, Walter
Rademacher. „Wir wollen Klarheit über die Sturmflutwasserstände und
fordern nachdrücklich eine Neuberechnung auf sicherer Grundlage. Das
erwarten die Mitglieder auch von ihren Deichverbänden.“
Vorerst aber bleibt den Anwohnern der Unterelbe nur die vage
Hoffnung, dass die Hochwasserstände in den Planunterlagen nicht ebenso
krass verniedlicht worden sind, wie die Schiffswellen. Dort hat das das
Ingenieurbüro aus Oldenburg selbst bei Einhaltung der
Richtgeschwindigkeit von 12 kn eine Belastungszunahme auf 250 % durch
den Schiffsverkehr ermittelt, die in den Planunterlagen verschwiegen
worden ist.
Und auch das ist noch untertrieben. Der Wellenbrecher am
Lüheanleger wurde durch die 2 m-Welle der „Bunga Serja Satu“ mit 18,2
kn zerfetzt. Die Belastung war mehr als 20 mal so hoch, wie die einer
50 cm hohen Welle.
„Warum lernen wir bei der Deichsicherheit nicht wie seit eh und je
von unseren Nachbarn in Holland“ fragt sich Walter Rademacher. „Die
verschanzen sich hinter gigantischen Deichen und Sperrwerken an der
Küste, während in Deutschland den Naturgewalten die Tore bis ins
Hinterland aufgestoßen werden – mit fragwürdiger Prognose.“
|
|
|
|
|
|
Stand: 28.10.2008
Im Lühebogen ist die Unterwasserböschung bis zu 140 m Breite
erodiert, s. Fakten/Schäden aus der letzten Elbvertiefung/Region Altes
Land. Bei Elbe-Kilometer 646 beträgt die Erosion 120 m, die Wassertiefe
von 18m reicht bis 100 m an das Deckwerk und gut 200 m an die Bebauung!
Eine senkrechte Abbruchkante von bis zu 5 m Höhe auf etwa 1 km Länge
ist ein Zeichen andauernder Erosion. Etwa 50 % der Unterwasserböschung
sind erodiert.
In den Planunterlagen wird dies Profil nicht dargestellt, dort
finden sich nur die Profile 1,5 km vor und 3 km nach Elbe-Kilometer
646. Dies ist ein eklatanter Planungsmangel. Nach den anerkannten
Regeln der Technik sind Schwachpunkte und Belastungsspitzen besonders
zu betrachten. Es ist wasserbauliches Grundwissen, das Profil im
Prallhang zu untersuchen und darzustellen. Dieser Mangel der
Planunterlagen ist kein Kunstfehler, sondern eine vorsätzliche
Täuschung der Betroffenen.
Reparatur und Sicherungsmaßnahmen sind laut Planung und Projektbüro
nicht vorgesehen, "weil dort ja keine Auswirkungen zu erwarten sind",
wie die Auskunft des Projektbüros am 27.10.08 lautete. Der Querschnitt
auf der Faktenseite zeigt es unmissverständlich.
An dieser Stelle wurde die Elbe nach dem Bau des Deiches 3x tiefer
und breiter gebaggert. Hinzu kommt die aufgezeigte erhebliche Erosion
der Böschung von unten. Jetzt will man wieder baggern, aber einen
Standsicherheitsnachweis für den Deich gibt es nicht.
Dafür gibt es aber immer neue Hochglanzbroschüren und Politiker,
die um "Vertrauen" werben und so tun, als sei es alles nur noch eine
Frage der Zeit.
Der beschriebene Fall ist kein Einzelfall. Diese Art von Täuschung
zieht sich durch die gesamten Planunterlagen. Sätze wie: "Die Planung
hat keine geeignete Datengrundlage." oder: "Die Beurteilungsgrundlage
ist unvollständig." ziehen sich durch die fachlichen Stellungnahmen.
Sie betreffen alle wichtigen Parameter wie Versalzung,
Fließgeschwindigkeit, Sturmflutwasserstände, Erosion und Sedimentation
sowie schiffsinduzierte Belastungen, insgesamt ein Horrorszenario.
Andere Baustelle:
Immer wieder hört man das Gerücht, dass die Elbvertiefung doch
schon längst erfolgt ist. Wir sind dem Verdacht nachgegangen, ob die
WSV vielleicht tatsächlich - wie bei der letzten Elbvertiefung - schon
großzügig tiefer gebaggert hat.
Aber, man lese und staune: Das Gegenteil ist der Fall!
Da die Baggerkapazitäten weltweit ausgelastet sind, sind die Preise
gestiegen. Da eine Fahrrinne und ein Fluss nicht zueinander passen und
der dynamische Fluss sich immer weiter von der statischen Fahrrinne
entfernt, treten immer stärkere Eintreibungen auf und dementsprechend
steigt auch der Unterhaltungsbedarf im m³. Beides zusammen ist
finanziell nicht mehr zu leisten und so wurden schon Tonnen
zurückverlegt. Jetzt steht man vor der Frage, die 15,10 m Tiefe auf
Süßwasser bezogen zu verringern.
Nächste Baustelle:
Es macht auch gar nichts, wenn die Elbe immer flacher wird, weil
die Schiffe auch immer flacher werden. Es kommt einfach weniger an,
vermelden auch die Insider der Hafenlogistik, wörtlich: "Es ist
Totentanz". Man muss das knappe Geld dort investieren, wo es etwas
bringt und sich lohnt, und das ist nicht vor, sondern hinter der
Kaimauerkante.
|
|
|
|
|
|
|
Die Klimaveränderung ist Realität
-
der Mensch als vernunftbegabtes Wesen hat
andere Herausforderungen, als die Elbe immer tiefer und tiefer
zu baggern.
Wasser ist das Urelement, aus dem
alles Leben kam und ohne das kein Leben möglich ist:
Wasser bereichert das Leben, Wasser rettet Leben, Wasser
vernichtet Leben.
|
|
|
Probleme mit der Animation und Internet Explorer 7?
Laden Sie hier den
Adobe Flash Player herunter und folgen Sie den Anweisungen.
Eventuell müssen Sie danach den Computer neu starten.
Zum Lesen von PDF-Dateien benötigen Sie den
kostenlosen Adobe Acrobat Reader, download
hier
oder den schlankeren und schnelleren Foxit Reader, download
hier

Besucher seit 14.01.2007

|
Diese Seiten wurden optimiert für
Firefox
hier downloaden und sicherer surfen!
Technischer Hinweis: Manchmal kann es nützlich
sein, im Browser die Funktion aktueller Frame/neu laden o.ä.
zu nutzen, damit auch immer die neuesten Daten aus dem Netz geladen
werden. Es kann vorkommen, dass manche Browser sonst alte Daten aus
ihrem eigenen Zwischenspeicher anzeigen. Wenn Sie die Einstellung
"Cache beim Herunterfahren löschen" aktiviert haben,
besteht dieses Problem nicht.
|
|
|
Mit einem Klick auf
Preisvergleich
helfen Sie mit, daß das Forum
weiterhin kostenlos bleibt:
Angenehmer Nebeneffekt:
Hier kann man wirklich sparen! |
| |
|
|
| |
 |
|
|
|