Neuhaus an der Oste
 
Sportfischer laden zum "Stör-Gipfel"

Wanderfisch-Experten aus Bund und Land konferieren an der Oste / Informationsoffensive von Anglern und AG Osteland mit Veranstaltungen in drei Landkreisen

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Stade / Cuxhaven / Rotenburg. Wanderfisch-Experten aus Bund und Land, darunter Wissenschaftler von internationalem Ruf, kommen auf Einladung der Sportfischer logoan der Oste zu einem "Störgipfel" zusammen: Am Sonnabend, 6. März, wollen die Fachleute in Großenwörden (Kreis Stade) die Chancen einer Wiedereinbürgerung des vor Jahrzehnten in Deutschland ausgestorbenen Europäischen Störs erörtern.

Parallel dazu haben die Sportfischer am längsten niedersächsischen Nebenfluss der Elbe in Kooperation mit der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. eine Informationsoffensive zum Thema
Wanderfische gestartet, in deren Rahmen Veranstaltungen in den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg stattfinden.

Eingeladen zum "Stör-Gipfel" im Großenwördener Hof hat Wolfgang Schütz (Osten), der Vorsitzende der 2009 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der Oste, in der Vertreter von 32 Sportfischervereinen mit 7700 Mitgliedern unter anderem mit der AG Osteland kooperieren.

Referieren werden in Großenwörden der Präsident der Weltgesellschaft zur Rettung des Störs, Prof. Dr. Harald Rosenthal, der Fischbiologe Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie sowie der Naturschutz-Experte Ralf Gros (Lüneburg) vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserbau, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Das niedersächsische Umweltministerium ist durch den Gewässerexperten Dipl.-Ing Rudolf Gade vertreten. Eingeladen sind auch Bürgermeister, Vertreter von Deich- und Unterhaltungsverbänden, der Besatzgemeinschaften der Oste-Sportfischer und des Arbeitskreises Stördenkmal Oberndorf.

Hauptthemen der Tagung sind die Auswertung des im April vorigen Jahres vorgenommenen experimentellen Erstbesatzes der Oste mit rund 50 markierten Jungstören und mögliche künftige Besatzmaßnahmen. Sportfischer und Artenschützer wollen außerdem ihre Forderung darlegen, die "Fischdurchgängigkeit" der Oste für Wanderfische wie Stör, Lachs, Meerforelle, Schnäpel, Aal und Aalquappe zu erhöhen.

Bereits am Tag darauf, am Sonntag, 7. März, wird der Berliner Störexperte Dr. Geßner den Festvortrag beim diesjährigen "Tag der Oste" halten, den die AG Osteland ab 10.30 Uhr im Gasthaus Hellwege in Heinbockel-Hagenah (Kreis Stade) veranstaltet.

Bislang bereits haben Sportfischer-Sprecher Schütz und AG-Osteland-Vize Jochen Bölsche (Osten) bei Informationsabenden in Oberndorf und Osten (Kreis Cuxhaven) und in Bremervörde (Kreis Rotenburg) zum Thema Wanderfische gesprochen. Eine weitere, noch nicht terminierte Veranstaltung ist für Sittensen (Kreis Rotenburg) geplant.

Der Anfang des 20. Jahrhunderts in der Oste ausgerottete Europäische Stör (Acipenser sturio) hat Vorfahren, die, wie Schütz in den Informationsveranstaltungen betont, älter als die Dinosaurier sind. Mit Hilfe eines Zwei-Meter-Zollstocks demonstriert der stoerSportfischervertreter, dass die irdische Existenz des urzeitlichen Knorpelfischs 1,98 Metern entspreche, die des Menschen, der die Ausrottung des Kaviarfischs bewirkt hat, gerade mal zwei Zentimetern.

Für den auch international beachteten Störbesatz in Deutschland, bei dem Nachkommen von Stören aus der französischen Gironde zum Einsatz kommen, war die Oste ausgewählt worden, weil in diesem weitgehend naturbelassenen Fluss dank der Bemühungen der Sportfischervereine bereits in die 90er Jahren die Wiederansiedlung des gleichfalls verschollenen Lachses gelungen war. Die Oste gilt seither als "Deutschlandsstoermarkierung Lachsfluss Nummer eins".

Jetzt hoffen die Sportfischer, so Schütz, dass an der Oste ein "Brutcontainer" zur Aufzucht von Jungstören platziert werden kann.
Als möglicher Standort ist Kleinmühlen in der Samtgemeinde Börde Lamstedt (Kreis Cuxhaven) im Gespräch, wo seit Jahrzehnten bereits Junglachse erbrütet werden.

Zugleich wird in Oberndorf/Oste, wo im vorigen Jahr bereits ein "schwimmendes Stördenkmal" eingeweiht worden ist, die Einrichtung eines "Stör-Informationszentrums" angestrebt.

Web-Tipps:

www.sfv.oste.de
www.osteland.de

 

In eigener Sache- jedes Jahr ein Jahr der Oste

Anlässlich des Jahres der Oste hatten wir mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung des Vorstandsmitglieds der AG-Osteland Jochen Blölsche eine Sonderseite herausgebracht, in der die herausragendsten Ereignisse und Veranstaltungen archiviert worden sind. Das Jahr der Oste ist nun längst vorbei, für uns aber kein Grund, „die Akte einfach zu schließen“, sondern getreu dem Wahlspruch „jedes Jahr ein Jahr der Oste“ weiterhin über Aktuelles aus dem Osteland zu berichten und besondere Ereignisse zu archivieren. Die Sonderseite heißt daher ab sofort „Das Osteland“, auf der wir in unregelmäßigen Abständen über besondere Ereignisse im Osteland eingehen werden.

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